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WER KOCHT, SCHIESST NICHT

Eine Satire von Michael Herl. Mit Ilja Kamphues

Eine Produktion des Stalburg Theaters in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk

Uraufführung 26. September 2002 im Stalburg Theater

Wir waren unserer Zeit weit voraus. Außer Alfred Bioleks rührseligem "Alfredissimo" gab es noch keine Kochshow im Fernsehen. Noch niemand dachte an Slow Food, From Nose to Tail, Superfood, regionales und saisonales Essen und schon gar nicht an Foodfluenzer, Foodies oder ähnliche Leute. Es war, als auf der Buchmesse noch mehr Autoren waren als Köche und Sternenköche sich durch die gekonnte Zubereitung von Essen definierten und nicht durch die Moderation infantiler Spielshows. Zu dieser Zeit brachten wir dieses Stück heraus und durften es bis heute fast 800 Mal spielen. Es wurde inszeniert an siebzehn weiteren Theatern – das Original aber läuft bei uns und läuft und läuft und läuft. Wir spielen es bewusst in der nahezu unveränderten Fassung aus dem Jahr 2002. Denn es ist und bleibt aktuell, und mit jedem aufgedeckten Lebensmittelskandal wird es aktueller. Präsentiert wird es natürlich vom Mann der ersten Stunde: Ilja Kampues. Der wackerste aller deutschen Schauspieler.

Verfasst hat das Werk Michael Herl, Kultautor und einst Co-Moderator der Late Lounge im HR-Fernsehen, gelernter Journalist und früher einmal im Auftrag eines renommierten Verlags Restaurantkritiker in Kalifornien. Herl schickte den unglückseligen Molekularbiologen Dr. Theodor Kögel (gespielt von Ilja Kamphues) hinaus in die Welt. Dr. Kögel, Gastwirtssohn aus dem Sauerland und begnadeter Hobbykoch, steckt in einer tiefen Lebenskrise. Kein Job, keine Frau, kein Elternhaus – und nun hat ihn das Arbeitsamt auch noch zur Firma Schnell & Lecker geschickt, sich dort vorzustellen. Ausgerechnet Schnell & Lecker, ein Hersteller von Fast Food und Fertigprodukten!

Kögel hat keine Wahl, er muß dorthin. Seine Aufgabe: Er soll einem „ausgewählten Testpublikum“ demonstrieren, wie mühsam und ungesund die herkömmliche Küche ist – und wie bequem, nahrhaft und zeitsparend das alles doch mit den Produkten von Schnell & Lecker zu machen sei. Kögel hält sich anfangs wacker – doch bald schon gerät ihm seine Vorführung aus dem Ruder und ungewollt zu einem absurd-realistischen Vortrag über die Abstrusitäten der modernen Nahrungsaufnahme, über italienische Gastronomen und ihre Pfeffermühlen, über gepreßte Hühner in Amerika und formationsfliegende Ananasse in Wanne-Eickel – und nicht nur das. Während er vor den Augen des staunenden Publikums ein köstlich gefülltes Hühnerbein mit selbstgemachten Fettuccine zaubert, während wohlige Düfte durch den Theatersaal wabern, da gleitet Dr. Kögel ab und gleitet ab und gleitet ab...

„Wer kocht, schießt nicht“ – ein Muß für Gourmets und für Gourmands, für Hobbyköche und für Profiköche, für Feinkosthändler und für Feinkostkäufer, für Metzger und für Vegetarier – und für alle mit Sinn für gutes Essen und bösen Humor. Eine gnadenlose Abrechnung mit allem, was mit Fast Food, Convenience-Produkten und Kochen ohne Zeit und Muße zu tun hat – gleichzeitig eine sensibel-sarkastische Beschreibung des Wahns um Kochen, Essen, Trinken, Denken, Handeln und Sein in modernen Zeiten. Dr. Kögels Fazit: Man kann's auch übertreiben – und zwar in beide Richtungen. Oder, philosophischer ausgedrückt: "Wo kommen wir her, wo gehen wir hin – und welcher Wein paßt am besten dazu?".

"Eine wortgewaltige Sozial-Satire gegen alles, was das Essen in heutigen Zeiten verleidet", Eva-Maria Magel in der FAZ

Dauer ca. 110 Minuten inkl. Pause.

Eine Eigenproduktion des Stalburg Theaters

Regie

Schauspieler

Bühnenbild/Licht: Herbert Huber
Fotos: Harald Schröder

Regie Video: Michael Herl
Kamera Video: Paul Williams, Pietro Fiore
Ton Video: Alexander Kowohl
Schnitt Video: Paul R. Williams
Licht Videodreh: Friederike Walter
Jingle: Andreas Schmid-Martelle
 
Aufführungsrechte bei
Hartmann & Stauffacher
Verlag für Bühne, Funk und Fernsehen, Köln

Zum Video auf YouTube

Presse