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FRIZZ über "Die Baronin und die Sau"

Stück des Monats – Frizz, Februar 2011 Die Baronin und die Sau

Jürgen Mai, Februar 2011

Drei Rahmen, ein Tablett, Tafelbesteck, ein Bettenlager - viel mehr Bühnenbild benötigen Jule Richter und Uta Köbernick nicht für das starke, vielschichtige Zwei-Personen-Stück "Die Baronin und die Sau". Gespielt wird ein an Kaspar Hauser wie auch Rousseaus Erziehungsroman "Emilie" angelehntes Motiv: Eine Baronin möchte ein im Schweinestall aufgewachsenes Kind als Dienstmädchen ausbilden. Dies gestaltet sich schwieriger als gedacht, vielmehr wird die Adlige zur Lernenden und erfahrt dank Emilie viel über ihre mit Standesdünkel zugeschütteten früheren Leidenschaften.

"Die Baronin und die Sau" überzeugt, nicht zuletzt dank des wandlungsfähigen Spiels der dem Stalburg-Publikum bislang "nur" als Liedermacherin bekannten Uta Köbernick, die trotz ihres fragmentierten Textes ausdrucksstark agiert und mit clownesker Akrobatik in der "Wie nehme ich eine Visitenkarte entgegen?"-Szene für die Schmunzler des Abends sorgt.