Ein Cello ist ein Cello ist ein Cello

Das neue Programm von Frank Wolff

Mit einem glühenden Sonnenuntergang über der Golden Gate Bridge von San Francisco beginnt dieses amerikanische Programm. Ganz in der Nähe, in Petaluma, hat Frank Wolff vor kurzem das Cellostück "In der Fremde / Far away from home" aufgenommen, und zwar im Tonstudio von Judy Kirschner, deren jüdischer Großvater Max 1939 gerade noch rechtzeitig aus Frankfurt geflohen war.

Heute erinnert der Max-Kirschner-Weg in Heddernheim an den beliebten Frankfurter Arzt; und Frank Wolff bringt jetzt etwas von seiner Geschichte aus Amerika zurück. Außerdem folgt das Programm einer weiten Reise zu riesigen Bäumen und gewaltigen Vulkanen und schier unendlichen Straßen: tagelang immer geradeaus und geradeaus und -- Quiiiiietsch und Peng! Zwei Autos weniger...

Über Seattle im hohen Nordwesten der USA kreist die weiße Gitarre von Jimi Hendrix, und aus den Trümmern von Nirvana steigen indianische Rauchopfer in den Himmel. Dann im Nachtflug nach New York: bei der Landung in Newark erscheint Manhattan in der dunstigen Morgenröte wie eine Fata Morgana. Es erklingt die New York City Music.

Zurück nach Hause. Das Cello singt eine Elegie, in Erinnerung an Hans Werner Henze, und es verwandelt sich in eine Gambe und in einen Bass und in einen Presslufthammer. Ist ein Cello ist ein Cello ist ein Cello?
In der Stadt verändert sich alles fortwährend, der Sound, die Dinge, die Menschen, alles erneuert sich oder es verschwindet; und am Ende vom Konzert verschwimmen auch die Städte miteinander: Wo bist du? In New York? In Seattle? San Francisco? Nein - im gemütlichen Stalburg Theater zu Frankfurt am Main! Oder?