Captain's Dinner

Von Michael Herl

Da liegt er nun am Strand einer einsamen Insel. Ein älterer Herr im Smoking, in der Tasche eine kleine Flasche Champagner. Wie kommt er hierher? Im Aufwachen führt er Selbstgespräche. Spricht von Pastrami, Spiegeleiern und Gin Tonic. Doch ganz menschenleer ist das Eiland nicht. Eine junge Frau schleicht herbei. Eine Eingeborene? Und nun?

Langsam entwickelt sich eine Art von Kommunikation („Ich Wolfgang, Du Jane. Haste verstanden?“), die jedoch nicht weit führt („Humor verstehste also auch nicht. Das kann ja heiter werden“). Irgendwann stellt sich heraus: Der Herr, ein Großindustrieller im Ruhestand, war mit seiner Gattin auf Luxuskreuzfahrt und während des Captain’s Dinners mit beträchtlicher Schlagseite über Bord gegangen. Und sie? Eine Eingeborene ist sie nicht, das wird schnell klar. Doch was treibt sie sonst so mutterseelenallein auf dieser gottverdammten Insel?

Schon wieder eines dieser unzähligen „Alter Mann trifft junge Frau“- Stücke, die alle irgendwie gleich enden, was man schon nach zehn Minuten ahnt? Nein. Eine behutsame, doch hochamüsante Studie über das Älterwerden mächtiger Männer und das Karrierestreben junger Frauen. Am Beispiel zweier Verlorener auf einer paradiesischen Insel. Und wie das endet, erfährt man erst ganz zum Schluß.

„Unterhaltsam, ohne oberflächlich zu sein, komisch, aber nicht albern, rührend, aber nicht vor Rührseligkeit triefend“ (Christoph Schütte, FAZ)

Uraufführung 7. Januar 2017, Stalburg Theater